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Geburtstag auf'm Lager Feuer machen

Als Pfadfinder ist es sehr wichtig sich mit Feuer auszukennen, Feuer zu machen aber es auch wieder richtig zu löschen. Man kann natürlich moderne Mittel wie Spiritus und Feuerzeug benutzen, aber eine richtige Kunst ist es nur auf die alte Methode. So etwas kann im Notfall vielleicht auch lebenswichtig sein.
Zuallererst will ich mal ein paar Sicherheitsbestimmungen aufzählen. Ganz wichtig beim Feuermachen ist, sich die Feuerstelle gut auszusuchen. KEIN Heide oder Moorboden, denn das Feuer kann noch Tage später unterirdisch weiterschwellen und an einer ganz anderen Stelle wieder ausbrechen. Auch sollte man trockenes Gras und mit Heu bedeckte Wiesen meiden. Ein Feuer in der Nähe von Scheunen, Holzhäusern, vertrockneten Bäumen oder ähnlichen ist auch zu vermeiden. Offiziell gilt ein Sicherheitsabstand zum Wald von ca. 150m.
Vor dem Feuermachen noch mal die Windrichtung prüfen (Funkenflug) und dann kann es losgehen. Der gesuchte Platz (perfekt wäre Kiesel oder Sand, aber auch ausgehobene Grassoden sind in Ordnung) wird abgesichert. Man baut sozusagen einen kleinen Steinkreis um das Feuer herum. Nun brauch man natürlich noch das Brennmaterial und das liefert uns die Natur im Überfluss: Holz, wer hätte das gedacht. Da es sehr viele verschiedene Arten von Holz gibt, eignen sie sich natürlich auch unterschiedlich zum Feuermachen. Im Allgemeinen gilt Hartholz (Ahorn, Buche, Eiche) für die Glut und langes Feuer, Weichholz (Birke, Lärche, Kiefer, Hasel) zum anzünden. Vor allem Birke ist ein sehr bemerkenswerter Baum, den die Rinde brennt wie Zunder und lässt sich auch bei starkem Wind nur schwer auslöschen. Der perfekte Anzünder. Nachdem man sich also mit Birkenrinde eingedeckt hat (möglichst nicht vom lebendem Baum entfernen!) baut man daraus den "Unterzünder". Nun kann es natürlich auch mal vorkommen, dass man keine Birke zu Verfügung hat, dann kann man einfach dünne Äste und Reisig mit dem Messer in Späne spalten und kreuz und quer aufstapeln. Das genügt meisten auch. Über den nun fertigen Unterzünder schichtet man Zweige und Äste, am besten in

Pyramidenform (Pyramidenfeuer). Die Öffnung zum Anzünden sollte zweckmäßigerweise auf der Windseite sein und gegenüber kann das Holz ruhig etwas dicker gestapelt sein. Allerdings ist im Moment des Anzündens der Wind eher störend weshalb man nun das Streichholz anzündet, mit dem Körper schützt und an den Unterzünder hält. Während der Unterzünder anfängt zu brennen sollte man aufpassen, dass er auch genug Luft kriegt.
Nun kann es aber auch mal sein, dass man kein Feuerzeug, kein Spiritus, ja nicht mal ein Streichholz hat. Eine schöne physikalische Eigenschaft ist ja, dass Reibung Wärme erzeugt und Wärme auf Holz lässt es brennen. Daraus folgt das man sich ein Gerät bauen kann wo ein Hartholzstab auf einem Stück Weichholz reibt und es zum brennen bringt. Es sollte so ähnlich wie ein Bogen aussehen, dessen Sehne um den Stab gespannt ist und sich durch Hinundherziehen drehen lässt. Mit einem Stein oben drauf kann man es auch noch stabilisieren.
Wenn man zufälligerweise eine Linse dabei hat (Brillenglas vom Weitsichtigen, Fotoapparat) kann man sie als Brennglas benutzen.
Es gibt zu der bereits erwähnten Feuerart (Pyramidenfeuer), noch viele andere die alle ihre spezifischen Einsatzgebiete haben.
Pagodenfeuer zum Beispiel, eignet sich für Signal- oder große Lagerfeuer. Dazu werden die Holzelemente geschichtet. 2 große unten, darüber quer 2 weitere und so weiter.
Das Sternfeuer im Gegensatz ist besonders klein und aus Entfernung schwer zu erkennen, hat kaum Rauchentwicklung und brennt langsam ab.
Dazu werden, wie der Name schon sagt, das Holz sternenförmig auf den Boden gelegt, in der Mitte angezündet und nach Bedarf nachgeschoben.
Wenn es kalt ist eignet sich besonders gut das Reflexionsfeuer, so benannt, weil eine neben der Feuerstelle errichtete Wand aus verflochtenen Weidenzweigen, die Hitze auf die andere Seite reflektiert. Am besten in das eigene Zelt hinein.
Das Grabenfeuer ist gut gegen Wind geschützt. Dabei wird einfach ein Graben ausgehoben und ein Feuer darin gemacht.
Das Grubenfeuer dient zur Erhaltung der Glut. Es wird so gemacht: Man hebt ein ringförmiges Loch aus und entzündet darin ein Pyramidenfeuer mit Weichholz. Wenn es besonders gut brennt, legt man viel Hartholz darüber, danach kann man mit einem Deckel (z.B. ein Stein) die Luftzufuhr regulieren. Die bald erlöschenden Flammen ergeben eine lang anhaltende Glut.
Die nächsten Feuerarten eignen sich zum Kochen.
Dazu noch ein Hinweis: Im Topf kocht man über Glut oder offener Flamme, Grillen bzw. Braten nur über Glut. Das Polynesierfeuer eignet sich für Essen in allen Lebenslagen. Regen und Wind können es nur schwer löschen. Dazu wird eine V-förmige Grube ausgehoben. An die Innenwand legt man dann Hartholz. In der Mitte wird ein kleines Feuer aus Weichholz entzündet. Sobald es Glüht, senkt man den Kochtopf in die Mitte. Am einfachsten ist allerdings das Hirtenfeuer. Dazu wird der Kochtopf einfach auf 3 gleichhohe Steine, die um die Glut platziert wurden, gestellt.
Galgenfeuer und Dreibeinfeuer sind aus dem Namen leicht zu erschließen.
Um Fische zu grillen gibt es zwei bewährte Methoden: Einmal kann man sich aus einer Weidenrute eine Tennisschlägerartige Halterung basteln, in dem der Fisch in der Mitte in einem Zweigengeflecht fixiert wird. Ansonsten den Fisch einfach auf einen schräg über das Feuer gesteckten Holzstab spießen.

Zum Abschluss noch den Hinweis das, man Feuer nie unbeaufsichtigt brennen lassen soll und sobald man es verlässt gründlich löscht. Das kann man mit Wasser oder auch Sand machen. Die örtlichen Bestimmungen sollte man auch noch beachten!
Averell